Warum es Spaß macht ein Entrepreneur zu sein – Kopf schlägt Kapital
Günter Faltin ist Unternehmer und Professor für Entrepreneurship. In seinem Buch “Kopf schlägt Kapital” erzählt er unter anderem die spannende Geschichte, wie er es selbst vom Profressor zum Entrepreneur geschafft hat. Seine Unternehmung heisst schlicht “die Teekampagne”. Besonders komplex ist das Thema nicht, denn eigentlich bricht er einige Konventionen des Marktes auf und geht völlig unvoreingenommen an eine Branche, die bisher ihre festen Regeln hatte. Die Packungseinheiten vergrößern, die Sortenvielfalt reduziert und die Bestellungen zu festen Zeiten zentralisiert. Durch die Reduktion der Komplexität lässt sich somit ein Spitzenprodukt zu einem sehr attraktiven Preis anbieten.
Faltin verwendet dafür einige Ansätze, die bereits bei anderen wie Tim Ferris und Co Anwendung gefunden haben. Es ist nicht mehr der Reiz ein großes Unternehmen aufzubauen, viele Mitarbeiter anzustellen und schier unendliche Lagerflächen vorzuhalten. Viel mehr ist er reizvoll schlank und flexibel zu agieren, das Risiko zu verteilen und durch Senkung der Kosten den Druck zu reduzieren. So lässt es sich viel leichter einfach mal machen, denn das gesamte Projekt ist sowohl vom Aufwand als auch von den Risiken her zunächst schlank und überschaubar.
Neben der Teekampagne werden Unternehmen wie eBuero vorgestellt, die zum einen ein eigenes interessantes Modell verfolgen und zum anderen für den willigen Entrepreneur als Partner für das eigene Outsourcing dienen können. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Abgrenzung des Entrepreneurship vom Unternehmertum durch die Dimension gezogen werden kann. Während der klassische Unternehmer alles von oben nach unten steuert, selbst die Fäden in der Hand hat und das volle Risiko trägt ist der Entrepreneur eher ein Teamplayer, der die Aufgaben auf viele Schultern verteilt und statt Risiko aufnimmt lieber den Erfolg mit anderen teilt.
Bei all dem Outsorucing bleibt allein die langfristige Frage, wer denn dann eigentlich noch die Arbeit machen will? Irgendwer muss am Ende des Tages noch LKWs und Lagerhallen haben, denn sonst wird es irgendwann eng in der echten Welt. Die reine Konzentration auf die Kernkompetenzen und die immer stärker werdende Fokussierung auf arbeitsteilige Strukturen kann nur funktionieren, wenn in der Zusammenarbeit nicht mehr die reine Leistung sondern vielmehr das Ergebnis betrachtet wird. Bekommt man es hin den Wandel auch in kleinen Einheiten hin zu einem ROWE (results only work environment) zu schaffen, dann sieht man mit einer kleinen und schlagkräftigen Einheit sicher einer positiven Zukunft entgegen.
